Spaghettimonster

Seit etlichen Wochen schwelt in meiner Heimatstadt Templin ein Streit um ein paar Schilder. Die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters wollte Hinweiseschilder auf ihre Nudelmessen am Ortseingang aufstellen – genau wie es die evangelische und katholische Kirche auch tuen.

Das gab natürlich Ärger. Die etablierten Kirchen fühlten sich provoziert und beschwerten sich beim Bürgermeister. Nun gibt es offenbar keinen rationalen Grund, warum die Pastafaris nicht auch ihre Hinweisschilder aufhängen sollen dürfen. So argumentierte man also mit weltlichen Mitteln – nämlich der Eigentumsfrage an den Masten an denen die Schilder befestigt sind. Diese wurden nämlich von den etablierten Kirchen bezahlt. Somit konnten sie an den Masten quasi Hausrecht geltent machen und die Pastafaris vertreiben. 

Der Bürgermeister von Templin zeigte sich einsichtig und gewährte den Spaghettis “Asyl” an den Masten der Stadt, bis diese sich eigene Masten besorgt hätten.

Damit hätte die Angelegenheit eigentlich erledigt sein können. Doch inzwischen hatten diverse Journalisten von dieser Provinzposse gehört und darüber berichtet. Sogar bis in den nationalen Spiegel ONLINE hatte es die Geschichte geschafft.

Eine kleine Anfrage an den Landtag in Potsdam durch die SPD resultierte dann in einem Statement der Kulturministerin Sabine Kunst das den Pastafaris keine Genehmigung für ihre Schilder erteilt werde. Das lassen die Pastafaris natürlich nicht auf sich sitzen und werden wohl die Gerichte bemühen.


Die ganze Sache hat irgendetwas von Streisand-Effekt. Durch ihren Starrsinn und Intoleranz haben die etablierten Kirchen den Pastafaris jede Menge Aufmerksamkeit verschafft. Eine gute Figur machen sie dabei freilich nicht.


Ich hoffe die Sache eskaliert nicht vollends und wir sehen in ein paar Monaten die PEGSDA (Patriotische Europäer Gegen Spaghettisierung Des Abendlandes) Montag abends marschieren.

Niveaulimbo

In dieser Woche hatten viele Leute in meiner Filterbubble nichts besseres zu tun, als ein Schminktutorial zu teilen welches die Sprecherin der PEGIDA-Bewegung durch den Kakao zieht.

Klar haben wir alle gerade erst durch die schrecklichen Ereignisse in Paris gesehen das Satire alles darf und dürfen muss. Doch wenn sich das Lustigmachen über Äusserlichkeiten als der Tophit erweisst, dann läuft doch irgend etwas falsch. Die PEGIDA-Dame hat offenbar schwere Probleme und verdient für ihre Aktionen jede Kritik. Aber sich deshalb über ihr Aussehen lustig machen? Finde ich sehr niveaulos. 

Glücksmoment

Kinder sind so toll. Und manchmal bringen sie Sprüche da fällt einem die Kinnlade runter. Heute hat unser mittlerer Sohn (8) so einen gebracht.
Beim Mittag schaute er aus dem Fenster und entdeckte ein großes Stück blauen Himmel:

“Oh, blauer Himmel! Ein Glücksmoment!”

Unbezahlbar :)

Online-Sicherheit im Real-Life-Vergleich

Beim 31C3 sind selbstverständlich wieder viele Schwachstellen bzgl. Sicherheit in digitalen Produkten und Services vorgestellt worden. Sehr populär sind derzeit diverse Hacks biometrischer Informationen wie z.B. Fingerabdrücke oder Iris-Scans von Fotos.

Jedes Jahrs aufs neue ist man kurzzeitig entsetzt und macht dann doch weiter im Text ohne wirklich etwas zu ändern. Das war sogar nach den weitreichenden Veröffentlichungen von Edward Snowden kaum anders. Alle wissen, das so gut wie alle digitalen Sicherheitssysteme die verbreitet sind mehr oder weniger kompromittiert sind.

Doch schauen wir uns die analoge Welt an, ist doch dort genauso. Im Prinzip weiss jede das ein normales Fahrradschloss selbst Gelegenheitsdiebe nicht länger als 5 Minuten aufhält. Selbst Sicherheitsschlösser an Wohnungstüren sind für Experten innerhalb kürzester Zeit zu knacken. Ohne jetzt Zahlen vorlegen zu können, würde ich behaupten, dass 90% aller analogen Schlösser innerhalb weniger Minuten knackbar sind. Und dieser Zustand hat sich in den letzten Dekaden nicht wirklich geändert. Im Fernsehen wird alle Jubeljahre mal wieder vorgeführt wie schnell man mit einfachen Mitteln welche Schlösser knacken kann. Das entsprechende Knowhow kann sich jeder bei YouTube selbst aneignen und die Werkzeuge gibts teilweise legal zu kaufen, teilweise mit ein wenige krimineller Energie aus dem Ausland besorgt.

Ich würde also behaupten es interessiert uns in der analogen Welt genauso wenig das unsere alltäglichen Sicherheitssysteme eigentlich nicht wirklich sicher sind. Wir wissen darum und haben uns damit arrangiert. Der Aufwand ein wirklich sicheres System zu bekommen steht meistens mit dem zu schützenden Wert in keinem guten Verhältnis. Anders sieht das z.B. bei Geldautomaten aus. Diese schützen einen hohen finanziellen Wert und haben daher etwas ausgeklügeltere Schlösser. In der analogen Welt ist das Risiko das ein Schloss geknackt wird, oft durch eine Versicherung abgedeckt. Das gilt für Wohungen als auch für Fahrzeuge.

Vielleicht ist das auch eine Option für die digitale Welt. Es ist unwahrscheinlich, das sich sichere Systeme in der breiten Masse durchsetzen werden. Schon darum, weil offenbar kaum eine Regierung der Welt ein Interesse daran zu haben scheint.

 

Ein Jahr AWS

In diesem Jahr haben wir endlich die Platform welche ich betreue von unseren eigenen Data Centern nach Amazon Web Services (AWS) migriert. Mit seiner self-service Platform hat Amazon den Begriff Cloud Computing etabliert. Bei diesem Schritt gibt es so einiges, was man falsch machen kann und beachten muss. Ein paar Dinge über die wir gestolpert sind möchte ich hier mal teilen:

 

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Endloses Whiteboard

Bei uns im Büro hängen überall Whiteboards oder es gibt sogar mit Whiteboard-Farbe gestrichene Wände. Man kann überall mal schnell Ideen an eine große Fläche schmieren. Leider lässt sich speziell von den Wänden die Farbe der Whiteboardmarker nicht ganz so leicht abwischen wie man es sich wünschen würde. So ist die mir nächste Wand im Büro zwar schön groß, aber auch meistens voll bemalt.

Weiterer Nachteil diese Whiteboards ist, das ich sie nicht zu Hause habe, oder sonst mit dabei.

Also machte ich mich mal auf die Suche nach einer entsprechenden App für das iPad. Theoretisch sollte doch ein Tablet das ideal Whiteboard sein. Virtuell endlos Platz in alle Richtungen.

Gefunden habe ich eine App namens Sketchology” welche genau das zu machen scheint, was ich brauche. Virtuell endloses Whiteboard, einige wenige Stifte, Farbauswahl, Radierer, Undo/Redo, endloser Zoom in beide Richtungen und Export als Bild.

Die App ist in der Grundversion sogar kostenlos und bietet In-App-Kauf von zusätzlichen Stiften und Farbauswahlen. Hier liegt leider ein Kritikpunkt. Dieser in-App-Kauf hat bei mir nicht funktionert. Das Geld wurde mir natürlich über den App-Store abgebucht, leider meldet die App selbst, das der Einkauf fehlgeschlagen ist. Der Entwickler und Apple sind darüber schon informiert. Seit fast einer Woche leider weder von den einen noch dem anderen eine Antwort.

Wer dann doch mehr auf analoge Whiteboards steht, kann sich ja einmal dieses Kickstarter Projekt aus Berlin hier anschauen: Betabook

 

[Update] ich habe noch eine App gefunden die sehr vielversprechend aussieht: SketchTo

[Update 21.12.2014] Leider hat sich der Entwickler von Sketchology bisher noch nicht auf meine Support-Anfrage gemeldet. Die Freischaltung der Premium-Features funktioniert auch nicht. Daher sah ich mich gezwungen beim iTunes Support anzurufen und den InApp-Einkauf rückgängig zu machen. Wie es aussieht wird das Program wohl nicht mehr gepflegt.

Die App habe ich inzwischen gelöscht, da wie hier erwähnte App “Sketch To” auch seinen Zweck erfüllt. Sie ist subjektiv einen kleinen Tick langsamer, aber damit kann ich leben.

kleine Tools für die MacOS X Menubar

Auf Screenshots von MacOS X die ich im Netz so sehe schaue ich ja immer gerne auf die Menüleiste um zu schauen was für Symbole die Leute dort so haben und welche Programme mir ggf. noch in meiner Sammlung fehlen.

Just heute sah ich beim Boerge einen solchen und dachte ich sollte mal was über die Programme schreiben die sich da bei mir so eingenistet haben:

 

Menubar

 

Avira ist ein freier Virenscanner für den Mac. Eigentlich mach ich mir ja um Viren keine Sorgen. Aber da nicht näher genannte Familienmitglieder hartnäckig auf jede eMail und deren Anhänge klicken bin ich das doch etwas vorsichtiger geworden. Und inzwischen ist die Performance-Einbuße ja auch kaum noch zu merken.

Yoink braucht eigentlich kein Menubar Eintrag, aber hat dennoch eins. Es ist ein kleines Program welches sich bei Drag&Drop Aktionen vom Rand her einblendet und als Zwischenablage für Dateien fungiert. Für Mausschubser manchmal genau das richtige.

Bittorrent Sync benutze ich um mit mehreren Leuten größere Mengen Dateien zu Synchronisieren. Bis vor kurzem haben wir noch SparkleShare dafür benutzt. Allerdings war durch den git Unterbau hier inzwischen die Größe des gesamten Repositories auf ca. 20GB bei 9GB Nutzdaten angewachsen. BittorrentSync erweist sich hoffentlich als brauchbare Alternative.

1Password ist ja eines meiner Lieblingstool. Vermeintlich sichere Verschlüsselung und Synchronisation über diverse Mobilgeräte (iOS, Android, WindowsPhone) hinweg.

ownCloud ist webbasierter Kalender, Speicher, Adressbuch zum selbst hosten. Der Client in der Menubar zeigt den Synchronisierungsstatus des ownCloud Speichers an. Kann sich wie Dropbox vorstellen.

Skitch ist ein Tool zum Erstellen und bearbeiten von Screenshots. Nach dem Kauf durch Evernote werden diese auch gleich mit dem Evernote Account synchronisiert wenn man das mag.

Crashplan ist eine Cloud Backup Lösung. Einfach installieren und schon sichert der Client die Platte kontinuierlich in der Crashplan Cloud. Angeblich auch sicher in dem man einen privaten Verschlüsseling-Key generiert und die Daten nur verschlüsselt übertragen und abgelegt werden. Hat mir schon diverse Mal das Leben erleichtert wenn ich wirklich mal eine Datei brauchte die aus Gründen abhanden gekommen war.

Und nun zum wichtigsten Program in der Menu Bar: Bartender

Je mehr Programme man installiert hat, desto mehr davon nisten sich auch in der Menu Bar ein. Und irgendwann ist diese voll und man sieht nicht mehr alle Symbole. Bartender schafft hier Abhilfe. Unter seinem Symbol in der Menu Bar öffnet sich eine zweite Leiste wenn man draufklickt. Hier kann man Menu Bar Symbole einsortieren die man nicht so oft braucht. So das in der Haupt Menu Bar nur die Programme auftauchen die man dort auch wirklich braucht.

Bartender Menu

Bei mir verstecken sich da (von links nach rechts):

PathFinder: Ein Ersatz für den MacOS X Finder der eine Mehrspaltige Ansicht erlaubt und noch ein paar andere Kleinigkeiten.

TextExpander: ersetzt bestimmte Buchstabenfolgen durch vordefinierte Texte. Spart viel Getippe bei Standard Phrase wie (mfg -> Mit freundlichen Grüßen)

Xmarks for Safari: ein Client der meine Xmarks Bookmarks mit Safari Synchronisiert

Moom: Schon immer genervt das viele Programme beim Mac trotz Klick auf den grünen Punk im Fenster nicht  den ganzen Bildschirm benutzen? Dann ist Moom Dein Freund. Hier kann man sich bestimmte Fenstergrößen und Anordnungen vordefinieren und über den grünen Punkt anwenden. Sehr praktisch.

Dropbox: Dropbox halt

ClipboardHistory: Eine Zwischenablage die viele viele Einträge bewaren kann und auf Wunsch auch die Formatierung von Text beim Einfügen entfernt.

Choosy: Nützliche Browserweiche. Wird statt des Default-Browsers beim Klick auf URLs aufgerufen und blendet ein Menü ein in welchem Browser man den Link öffnen möchte.

AdiumX mein Standard Chat Program

 

LTE in der Uckermark

In unserem Ferienhaus in der Uckermark haben wir nur sehr spärlichen Mobilfunkempfang. Selbst mit guten Telefonen (NOKIA natürlich) schaffte man eine halbwegs stabile Telefonverbindung (GSM) nur wenn man an einer bestimmten Stelle im Haus stand. An Datenverbindung war fast gar nicht zu denken. Bei gutem Wetter und richtigem Stand der Sterne bekam man vielleicht eine wackelige EDGE-Verbindung die gerade einmal für Twitter reichte.

Im Sommer allerdings bemerkte ich, dass mein Telefon plötzlich in Fensternähe auch mal kurz LTE anzeigte. Konnte das wirklich sein? Sollten die Netzbetreiber hier in der Wildnis tatsächlich nachgerüstet haben? Mit mehr oder weniger akrobatischen Bewegungen versuchte ich die Stelle mit dem besten Empfang zu finden. Und tatsächlich… es liess sich, zumindest zeitweise, ein LTE-Signal empfangen welches sich auch für eine Datenverbindung nutzen liess.

Um das sinnvoll nutzen zu können (d.h. mit mehreren Geräten) habe ich mir einen Huawei E5372 LTE-Hotspot geholt. Dieser hat Anschluss für eine externe LTE-Antenne (nicht zu verwechseln mit einer UMTS-Antenne) und eine Batterielaufzeit von mehreren Stunden. Ich hatte mich schon darauf eingestellt auch noch eine LTE-Antenne kaufen zu müssen. Doch zu meiner Freude stellte sich heraus das der kleine Kasten eine sehr gute Empfangsleistung besitzt. An einer günstigen Stelle im Haus platziert liess sich eine stabile Verbindung mit über 6 Mbit/s Downstream stabil herstellen. Das reicht für meine Zwecke vollkommen aus.

Beim Spazierengehen habe ich mit dem Telefon ein bisschen gecheckt wie weit diese neue LTE-Abdeckung reicht. Jedoch ist ausserhalb von unserem Dorf immernoch ziehmlich tote Hose. Es sieht so aus, als ob die Antennen explizit auf bewohntes Gebiet gerichtet wurden.

Pro Tipp: In sämtlichen verbundenen Geräten sollte man die Hintergrundupdates abschalten, wenn man sein Online-Volumen nicht ruck-zuck aufgebraucht haben will.