1.4.all my humble thoughts about some things

28Sep/100

Finally – Diplom Informatiker

Nach ziehmlich genau 9 Jahren habe ich heute endlich meinen Abschluss als Diplom Informatiker geschafft. Heute habe ich als letzte Prüfungsleistung meine Diplomarbeit verteidigt und damit mein Studium abgeschlossen.

Das waren 9 ereignisreiche Jahre in denen sich offensichtlich nicht immer alles um das Studium gedreht hat. Aber von Anfang an...

Nach dem Abitur 1995 stand für mich eigentlich fest, daß es nach dem Zivildienst eine Berufsausbildung geben wird. So war das damals. So machten das alle. So wurde uns das vom Arbeitsamt vorgeschlagen. Ich kann mich nicht erinnern, daß jemand mal etwas von Studium erwähnt hätte. Sowas kannte man bei uns "auf dem Land" nicht. Und ich komme auch nicht aus einer Familie in der es eine nennenswerte Akademiker-Tradition gab. Einzig mein Onkel Dieter durfte ausnahmsweise Studieren, da er der DDR-Meister in Mathematik war.

Computer haben mich schon immer interessiert, nur mangelte es im Osten an verfügbaren Material. Ein Robotron KC85 war ein unerreichbarer Wunschtraum. Und erst recht die Amiga und Commodore Rechner im Westfernsehen. Nach der Wende hatte ich dann recht bald einen PC mit Intel 80268 AT der von meinem anderen Onkel Günter selbst zusammengebaut worden war.

Doch intensiver Beschäftigung mit dem PC und auch recht erfolgreichem Informatikunterricht kam ich nie auf die Idee Informatik zu studieren. Ich dachte immer, als Ossi hat man da keine Chance, da wir ja im Informationstechnischen Mittelalter aufgewachsen sind.

So machte ich also bei SIEMENS (damals noch Siemens Nixdorf) eine Ausbildung zum "Kommunikationselektroniker Fachrichtung Informationstechnik". Hier war allerdings schon zu merken, daß diese Bedenken unbegründet waren und auch die "Wessis" nur mit Wasser kochten ;-)

Nach der Ausbildung startete ich dann direkt in das Berufsleben. Nicht bei SIEMENS, sondern zuerst bei Bertelsmann BauNetz in Berlin. Meine Frau meinte jedoch, ich müsste unbedingt noch ein Studium machen, wenn ich mich schon so für dieses Thema Computer/Informatik interessiere. Wie jeder ordentliche Geek verbrachte ich damals fast jede freie Minute vor dem Gerät.

Aber den Job aufgeben und nochmal ein Studium anfangen? Nee, das schien nichts für mich. Dafür hatte ich mich auch schon zu sehr an ein regelmäßiges Einkommen gewöhnt. Also ein Fernstudium. Da war mir damals nur die Fernuni Hagen bekannt. Ein kurze Recherche ergab, daß man dafür einiges an Geld berappen muss, daß ganze mit eiserner Disziplin zu Hause bewältigen muss um an Ende dann doch den Zusatz "Fernuni" im Titel tragen zu müssen. Nicht so mein Ding. Gerade das mit der eisernen Disziplin ... nicht meins.

Aber Ariane fand dann das Angebot der Universität Magdeburg. Hier wurde ein universitäres Informatikstudium angeboten, daß man auch als Berufstätiger besuchen konnte. Die Vorlesungen waren alle 14 Tage am Freitag und Samstag in Magdeburg. Einziger Nachteil. Es dauert etwas länger als das Direktstudium und mit etwas Fahrerei nach Magdeburg verbunden. Aber das schienen verschmerzbare Übel zu sein. Ariane meinte, ich solle mich da einfach mal einschreiben, hinfahren und schauen wie es ist. Wenn es mir nicht gefällt, könne ich ja immernoch wieder aufhören.

So fuhr ich als im September 2001 naiv und gespannt nach Magdeburg um an der Einführungsveranstaltung für den Studiengang Informatik teilzunehmen. Neben mir hatten sich ca. 120 andere Leute verschiedenster Herkunft entschieden sich das ganze mal anzuschauen.

Ich kann mich noch an ein Zitat erinnern, welches Prof. Dr. Paul zu Einleitung gab um uns zu erklären was denn Informatik überhaupt sei:

"Zu einem Informatiker zu sagen er sei Programmierer ist wie zu einem Architekten zu sagen er sei Maurer."

Dieser Satz hat mich sehr beeindruckt. Damit hatte er auf den Punkt gebracht was ich während meiner Ausbildung und beruflichen Tätigkeit schon irgendwie gefühlt hatte. Es gibt Programmierer und es gibt Leute die Ahnung von Softwareentwicklung haben. Sehr selten hat man beides in einer Person.

Auftakt also gelungen, ich wollte mehr sehen. So fuhr ich also brav weiterhin zu den Vorlesungen. Die Zahl derer, welche dann wirklich am Freitag um 07:30 Uhr morgens in Magdeburg auf der Matte standen reduzierte sich in den ersten Wochen und Monaten rapide. Von den ca. 120 Leuten die bei der Einführungsveranstaltung dabei waren erschienen nur ca. 60 zu den ersten Vorlesungen. Auch diese Anzahl reduzierte sich im Laufe des ersten Semesters auf einen harten Kern von 30 Leuten. Darunter Akademiker mit Doktortitel, Programmierer mit eigener Firma, Bibliothekare, Schüler, Ärzte usw. Also wirklich eine sehr bunte Mischung an Leuten mit Interesse für die Informatik.

Das Grundstudium war geprägt von Mathematik und Elektrotechnik. Bei letzterem konnte ich von meinem Wissen aus der Ausbildung bei SIEMENS zehren. Alles schonmal gesehen. So konnte ich mir so manchen Samstag die Fahrt nach Magdeburg sparen. Mathematik dagegen war schwieriger. Meine letzten Mathestunden waren schon einige Jahre her und hier ging es schon um etwas kniffeligere Sachen. Naja... zumindest denkt man das zu Anfang. Mathe finde ich immer sehr faszinierend. Leider fehlt mir Grundlagenwissen da ich in der Schule da einige Jahre gepennt hatte. Daher bin ich nicht der Schnellste aber krieg die Sachen in der Regel auf die Reihe. Mathe war dennoch eine knappe Sache im Grundstudium, da es ja in den Prüfungen doch auch immer um die Zeit geht, welche man für die Lösung braucht.

Im Hauptstudium durften wir uns dann auf theoretische Informatik konzentrieren. Dies waren die einzigen Dozenten, welche bereit waren, auch am Wochenende zu unterrichten. Ich persönlich fand das sehr gut denn ich habe Spaß an den theoretischen Hintergründen und den ganzen Grundlagen.

Schnell war eh klar, daß ich das erworbene Fachwissen nicht direkt in meinem Beruf würde umsetzen können. Ich war und bin im Bereich Web Operations tätig. Das hat nur peripher mit Programmierung oder Software-Entwuf zu tun. Dennoch war das erworbene Grundlagenwissen durchaus hilfreich. Ich war in der Lage gute Implementierungen von schlechten zu unterscheiden und kann die "Sprache der Entwickler" sprechen. Dies ist von Zeit zu Zeit schon enorm hilfreich wenn es an die Problemanalyse geht.

Die Zahl der Mitstreiter reduzierte sich weiterhin, jedoch nicht mehr so rapide wie anfangs. Eine Herausforderung war immer die Koordination mit der Familie. Hier muss ich mich in aller Form bei meiner Frau bedanken, welche mich über all diese Jahre unterstützt und den Rücken frei gehalten hat. Von Zeit zu Zeit, gerade am Schluss hat sie mich auch wieder hingetrieben zu Uni und dafür gesorgt, daß ich Termine und Formalien einhalte. Ich hatte (und habe) ja von so einem Universitätsstudium gar keine Ahnung. Welche Prozesse und Regularien man hier und dort beachten muss, welche Formen es gilt einzuhalten.

Mein Schreibstil ist alles andere als akademisch und meine Arbeitsweise selten wissenschaftlich. Ich bin eher der Pragmatiker. All dies hat meine Frau versucht so gut es geht mit Rat und Tat zu kompensieren. Ohne sie wäre ich sicher nicht zum Abschluss gekommen.

Nicht zu vergessen ist, daß wir in diesem 9 Jahren unsere zwei Kindern bekommen und einigermaßen großgezogen haben, ein Haus gebaut und ich 4 mal die Firma gewechselt habe. Studium und Beruf unter einen Hut zu bringen war nicht immer leicht. Immerhin mußte ich meinem Arbeitgeber beibringen, daß ich alle 2 Wochen am Freitag nach Magdeburg fahren muss. Auch ließ das Projektgeschäft nicht selten kaum Freizeit sich um die Uni zu kümmern. Teilweise war ich im Semester nur 1-2 Mal bei den Vorlesungen und habe mir statt dessen das notwendige Wissen für die Prüfungen in der Bibliothek angelesen.

Die Vorlesungen hatte ich schließlich schon vor ca. 2 Jahren abgeschlossen. Es standen allerdings noch einige Prüfungen und Scheine aus, die ich versäumt hatte direkt im Semester zu machen. So zog sich meine Studium weitere Semester hin. Schließlich drohte wegen Fristüberschreitung die Exmatrikulation. Doch in zwei letzten Anstrengungen habe ich dieses Jahr dann endlich meinen Bachelor-Abschluss und schließlich mein Diplom gemacht.

Ich danke allen, die mich während dieser Zeit aktiv oder passiv unterstützt haben! Allen voran natürlich meine Frau ohne die das alles erst gar nicht begonnen geschweige denn zum erfolgreichen Abschluss gefunden hätte.

Ich danke auch Donald E. Knuth für sein geniales Textsatzt-System TeX und Leslie Lamport für seine Weitereinwicklung von TeX in LaTeX. Sie ersparten mir auch nur eine meiner Arbeiten mit einem Word-Processor schreiben zu müssen.

Leider hat mein Opa meinen Diplomabschluss nicht mehr erlebt. Er wurde nie müde uns zu ermuntern zu lernen denn

"...was Du einmal gelernt hast, kann Dir niemand mehr nehmen".

28Sep/100

Uh special #Nokia #N8 ads and displays at U6 Friedrichstrasse

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28Sep/100

Zur Feier des Tages mal was gegönnt.

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28Sep/100

Ein letztes Mal

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28Sep/100

#businesskasper mit Roller. Magdeburg ist jedesmal wie eine Zeitreise in die Vergangenheit

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28Sep/100

Der frühe Vogel fährt nach Magdeburg. Zum letzten Mal zur #Uni.

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26Sep/100

Nach dem Wildschwein ein bissl Talisker

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17Sep/100

Dvorak keyboard porn. That’s for Olli evangelizing all the time

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17Sep/100

Gleich da

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11Sep/100

Denke spontan an @moellus

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