Projekt: neuer Laufstil (Part II)

Der erste und zweite Muskelkater ist überstanden. Trotzdem bin ich heute morgen mit normalen Schuhen im fersenlastigen Laufstil gelaufen. Einen erneuten heftigen Muskelkater wollte ich erst einmal nicht riskieren.

Zur Zeit versuche ich mindestens 2 Mal pro Woche ca. 1h zu laufen. Habe dazu zum Glück auch einen zuverlässigen “partner in crime” gefunden der verrückt genug ist morgens um 5:00 Uhr aufzustehen und mit mir durch den dunklen Volkspark zu laufen. Dabei schaffen wir ca. 9,5 – 10km. Das ist im Moment offenbar noch zu viel für eine reine barfuss Strecke. Aber ich denke mit ein paar extra Runden allein und barfuß sollte sich das schnell einpendeln, so daß ich auch unsere normalen Runden barfuß laufen kann.

Barfuß heißt in meinem Fall nicht gänzlich ohne Schuhe, sondern mit minimalistischen Schuhen welche den Fuß nur durch eine sehr dünne Sohle vor Scherben usw. schützen, jedoch keine Dämpfung haben. Ich laufe z.Z. in den Vibram Fiverfingers Sprint. In kürze bekomme ich noch die Vibram Fivefingers Bikila, welche eine etwas dickere Sohle und Fütterung haben. Damit sollte auch im Winter das barfuß Training fortgesetzt werden können.

Inzwischen habe ich mich auch weiter nach Fachliteratur umgeschaut. Ein Freund empfahl mir “the barefoot running book” von Jason Robillard. Hierin berichte er über seine Erfahrung mit gedämpften Laufschauen, den Verletzungen und Beschwerden und schließlich seinen Umstieg auf barfuß Laufen.

Eine deutsche Webseite, welches die verschiedenen Laufarten relativ anschaulich erklärt gibt’s bei den Netzathleten. Dort wird allerdings behauptet, daß der Vorfußlauf nicht für lange Strecken geeignet ist. Dies steht im Gegensatz zu dem was Jason Robillard behauptet. Er ist offenbar einen 100 Meilen Lauf barfuß gelaufen.

Ich bin bei jeglicher vermeintlicher Fachliteratur sehr skeptisch. Ein weiteres Buch welches sich mit dem Thema Fitness beschäftig ist “The 4-hour body” von Timothy Ferris. Diese lese ich zur Zeit ebenfalls (Kindle macht’s möglich). Beide Bücher von Amerikanern geschrieben vermitteln auf den ersten Blick den Eindruck als ob es sich um fundierte Erkenntnisse handelt. Allerdings habe ich scheinbar eine andere Vorstellung von fundierten Erkenntnissen als diese Autoren. Ihre Bücher sind hauptsächlich persönliche Erfahrungen, Erfahrungsberichte anderer Nutzer und wenige medizinische Studien an relativ kleinen Gruppen. Gerade Tim Ferris gibt sich reichlich pseudowissenschaftlich und wirft mit Zahlen, chemischen Formeln und Messreihen um sich. Betrachtet man diese aber genauer stellt man fest, daß sie nur an ihm selbst und evtl. ein bis zwei anderen Personen getestet wurden. Von allgemeingültigen Erkenntnissen kann man hier also wohl kaum sprechen.

Nichtsdestotrotz sind diese Bücher eine Inspiration und Anleitung vermeintlich vorhandenes Wissen über Gesundheit und Möglichkeiten der menschlichen Physis in Frage zu stellen.

Ich werde weiterhin berichten…

Autor: falko

a *nix nerd