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Den Morgen sportlich beginnen
So, nun bin ich endlich komplett, was mein Kaffee-Equipment angeht. Gestern habe ich zum ersten mal “The Barn” in Berlin besucht. Ein wirklich sehr schöner Laden mit sehr gutem Kaffee (natürlich!) und vielen anderen kleinen Delikatessen und – ganz wichtig – Ausrüstung für Kaffee-Fans.

Zu meinem AeroPress zu Hause fehlte mir noch eine Kaffeemühle. (Jaja, ich weiss. Man kauft sich eigentlich erst eine Kaffeemühle und dann alles andere, weil frisch gemahlener Kaffee ja fast noch wichtiger als die Zubereitungsmethode ist. Aber so war es nun einmal.) Und just gestern viel mir im Regal im “The Barn” die “Hario Coffee Hand Grinder Skerton” auf, welche ich schon bei Mathias Meyer in seinem wunderbaren Blog “Holgarific” gesehen hatte. Der Preis von 49,- EUR schien mir auch OK und so liess ich mich zu einem Spontankauf hinreissen.

Die Mühle ist schlicht und stabil, hat ein einstellbares Keramikmalwerk und die Bedienungsanleitung ist nur in Japanisch verfasst. Aber nunja.. da kann man nicht so viel verkehrt machen. Auf feinster Stufe gemahlen ist der Kaffee sogar etwas zu fein für die AeroPress. Da setzt sich der Papierfilter zu und man schafft es nur mit größter Kraftanstrengung den Kaffee da durchzudrücken.

Schnell war jedoch der richtige Malgrad gefunden und nun gibts morgens endlich frisch gemahlenen Kaffee. Ausserdem gibts auch Muckis, denn es ist schon ein bisschen anstrengend unsere zwei Portionen Kaffeebohnen da durchzudrehen. Aber was tut man nicht alles…
Leckerer Kaffee selbst gemacht
Will man zu Hause guten Kaffee genießen, stellt sich die Frage wie man den herstellt. Kauft man sich eine der sündhaft teuren Vollautomaten? Die halbwegs vernünftigen scheinen hier bei ca. 1000,- EUR zu beginnen. Vorteil dieser Geräte ist, daß sie auf Knopfdruck einen kompletten Kaffee oder Espresso, ggf. sogar Cappucino produzieren. Das Ergebnis hängt natürlich auch von den Bohnen ab die man einfüllt. Aber gute Vollautomaten mahlen diese immerhin selbst.
Nachteil der Vollautomaten (neben dem hohen Anschaffungspreis) sind die ständige Wartung und damit verbundene Kosten. Diese hochkomplexen Geräte wollen regelmäßig entkalkt und gereinigt werden. Da kann man jeden Monat bestimmt eine Stunde investieren wenn man lange Freude an seinem Gerät haben möchte.
Am technologisch anderen Ende steht der AeroPress und verspricht darüber hinaus auch noch ein völlig neues Geschmackserlebnis. Glaubt man den Marketingsprüchen und Berichten in diversen Blogs, so läßt sich mit dem AeroPress ein unvergleichlich intensiver und dennoch milder Kaffee produzieren. Und das für gerade einmal 29,- EUR Anschaffungskosten.
Das Geheimnis liegt hier im Timing, dem genauen Abmessen der Zutaten und etwas handwerklichem Geschick. Der AeroPress selbst ist ein simpler Zylinder aus Plastik an dessen unteren Ende man einen Siebaufsatz mit einem austauschbaren Papierfilter schrauben kann. Ein zweiter Zylinder mit Gummipropfen am Ende läßt sich in den ersten Zylinder einschieben und macht den AeroPress so zu einer überdimensionierten Spritze. Das ist alles? Ja, das ist alles. Zum Lieferumfang gehört allerdings noch ein Trichter zum Einfüllen des Kaffeepulvers, ein Meßlöffel für den Kaffee und ein Paddel zum Umrühren des Kaffees während der Zubereitung.
Laut offizieller Beschreibung liegt die Crux beim AeroPress in der genauen Dosierung von Kaffeemenge, Wassertemperatur und Brühzeit. Das Ergebnis soll ein Kaffeesein der intensiv nach selbigem Schmeckt ohne jedoch von Bitterstoffen und Säuren getrübt zu sein. Also so, wie man Kaffee eigentlich haben möchte. Nach meinem Geschmack jedenfalls.
Lange Rede, kurzer Sinn – hier einfach mal ein paar Bilder zur Zubereitung damit Ihr eine Vorstellung bekommt wie das ganze Aussieht.
Hier das gesamte Equipment: AeroPress, Wasserkocher mit Temperatureinstellung, Küchenwage, Kaffee.
Zuerst macht man den Papierfilter etwas nass und schraubt ihn danach mit dem FIlterträger ans untere Ende des dickeren AeroPress Zylinders.
Dann läßt man das Wasser auf 80° Celsius erwärmen. Die reduzierte Brühtemperatur sorgt dafür, daß keine Säuren und Bitterstoffe entstehen. Werde diese mag, kann mit höherer Temperatur oder sogar kochendem Wasser seinen Kaffee zubereiten.
Nun füllt man Kaffeepulver in den AeroPress. Ich verwende hier vorgemahlenen Espresso. Ich weiß, daß ist eigentlich eine Totsünde beim Kaffeekochen. Man sollte eigentlich möglichst frisch geröstete Bohnen verwenden und selbst mahlen. Aber das Thema Kaffee-/Espresso-Mühle ist ebenfalls ein weites Feld daß ich bis dato noch nicht betreten habe…
Ich verwende hier 13g Kaffeepulver für eine Portion. Das ist in etwa auch so viel, wie in den Meßlöffel des AeroPress passt. Insgesamt mache ich hier 2 Portionen, also 26g Kaffeepulver. Das ist etwas mehr, als man ggf. mit Siebträgern oder einer Bialetti verbrauchen würde.
Als nächstes nehme ich den inneren AeroPress Zylinder um die Wassermenge abzumessen. Ich stelle den hier mal mit auf die Waage um die Wassermenge zu verdeutlichen. Wie zu sehen ist, besitzt sowohl der innere als auch der äußere AeroPress Zylinder eine grobe Skala für die Wassermenge.
Wenn das Wasser auf 80° C erhitzt ist, messe ich also Wasser für 2 Portionen ab. Das sind hier ca. 96ml. Den großen Zylinder positioniert man nun auf einem entsprechenden Auffanggefäß. Ich verwende hier einfach mal ein Glas. Der große AeroPress Zylinder hat unten einen breiten Rand und sollte sich somit auf den meissten handelsüblichen Tassen und Gläsern sicher positionieren lassen.
Nun kommt der wichtige Teil. Man füllt das Wasser in den AeroPress zum Kaffeepulver und rührt dann sogleich für ca. 10 Sekunden kräftig um. Wichtig ist, daß sich Kaffeepulver und Wasser ordentlich durchmischen um den Geschmack aus dem Pulver zu extrahieren.
Dazu eignet sich das mitgelieferte Paddel sehr gut. Hierbei tropft schon das erste bisschen Kaffee durch den Papierfilter nach unten in das Glas. Das ist nicht weiter tragisch. Wer dies nicht mag, kann die Inverse Methode probieren.
Nach dem Umrühren bildet sich in der Regel ein hellbrauner, feiner Schaum auf dem Gemisch.
Jetzt kann man den kleinen Zylinder/Kolben in den AeroPress einsetzen und den Kaffee gleichmäßig durch den Filter pressen. Hierzu ist ein wenig Kraft nötig und man sollte versuchen das innerhalb von 20 – 30 Sekunden zu schaffen. Der Geschmack des Kaffees hängt von der Brühzeit ab. Das heißt, je mehr Zeit man sich hierbei läßt, desto stärker wird der Kaffee.
Das Ergebnis ist tief brauner Kaffee, herrlich duftend mit einer Krohne aus caramelfarbenem Schaum. Wer mag, kann diesen direkt mal kosten. Aber Achtung, der ist ziehmlich stark, denn wir haben hier Espresso-Pulver und vergleichsweise wenig Wasser verwendet.
Ich schäume mir für meinen Kaffee hier noch Milch auf und gebe dann den soeben gemachten Espresso dazu. Alternativ kann man den Espresso mit dem Rest heißen Wassers auffüllen und sich so einen sogenannten Americano machen.
Die Reinigung des AeroPress ist denkbar einfach. Man schraubt einfach den Filter vom unteren Ende ab und kann den gepressten Kaffeekuchen hinausdrüclen.
Einfach alles kurz mit klarem Wasser abspülen und schon ist man fertig. Wer mag, kann sogar die Papierfilter mehrmals benutzen. Einfach das Kaffeepulver abspülen und trocknen lassen. Wie überall gibt es natürlich auch hier nahezu religöse Diskussionen ob man nicht sogar einen benutzten Filter verwenden muss um das optimale Ergebnis zu erzielen. Das gleiche gilt für die Frage ob und mit welcher Wassertemperatur man den Papierfilter zuvor anfeuchten soll.
Nach meinen ersten Versuchen kann ich bestätigen, daß der Kaffee aus dem AeroPress wirklich unvergleichlich intensiv und dennoch mild schmeckt. Ich habe noch nicht viel mit verschiedenen Wassertemperaturen, Mahlgraden des Kaffees oder Bohnensorten herumexperimentiert. Aber hier ist auf jeden Fall viel Spielraum um sich sein individuelles Kaffeeerlebnis selbst zu gestalten. Für unter 30,- EUR bekommt man eine sehr simple aber erstaunlich effektive Kaffeemaschine. Diese läßt sich auch sehr gut mit auf Reisen nehmen um immer einen guten Kaffee zur Hand zu haben.

















