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Servicewüste
Mir liegt schon lange auf dem Herzen mich auch mal über die viel beschworene “Service-Wüste” Deutschland aufzuregen. Und zwar nicht nur so mündlich, sondern auch mal hier permanent nachlesbar. Vielleicht findet ja der eine oder andere kleine Händler, Handwerker oder Unternehmer mal den digitalen Weg hierher und liest es.
Das es freundliche und wenige freundliche Menschen gibt ist ja in Ordnung. Aber man sollte doch meinen, dass alle, welche ein Geschäft führen, auch daran interessiert sind, dass es gute Umsätze, oder möglicherweise sogar Gewinn macht (ich weiss, der gemeiner BWLer wird jetzt einwenden, dass es durchaus Gründe gibt keinen Gewinn zu machen – auf diese Spitzfindigkeiten sie hier mal geschissen). Und ein durchaus weit verbreitetes Mittel um eben dieses Ziel zu erreichen, ist es, Kunden zu gewinnen, die zufrieden sind und wieder kommen und evtl. sogar noch neue Kunden mitbringen.
Leider erlebt man speziell in Deutschland das man als Kunde geradezu aus dem Laden rausgeekelt wird. Oder das die Verkäufer ein Folgegeschäft scheinbar auf jeden Fall vermeiden wollen. Nicht selten fühlen sich Ladeninhaber geradezu belästigt, wenn man ihre Dienste in Anspruch nehmen möchte.
Mal einige Beispiele:
Ich bin Radfahrer, andere sind Biertrinker. Nun wohnen wir in der gleichen Stadt. Die Bietrinken neigen ab und zu zur Grobmotorik und zerdeppern ihre Glasflaschen auf Strassen oder Radwegen. Ihr wisst was dann passiert – richtig, Fahrrad => Platten. Nun bin ich faul und hab kein Werkzeug, dafür aber Westgeld. Also schiebe ich zum nächstgelegenen Fahrradladen und “bitte” um Reparatur. Meistens bestürzte Gesichter beim Personal. Man hätte ja frühestens in 4 Wochen einen Termin in der Werkstatt frei.
In 4 Wochen!? Um einen popeligen Platten zu reparieren!
Wäre ich Fahrradhändler hätte ich gesagt: Leider ist unsere Werkstatt gerade voll belegt. Wir können Dir in 4 Wochen einen Termin anbieten, oder Du bezahlst einen Express-Zuschlag von 20,- EUR und bekommst Dein Rad morgen wieder. Deppen wie ich machen sowas! Meine Zeit und höflich behandelt werden ist mir echt bares Geld wert. Und ich wette es geht vielen da draussen genauso.
Nächstes Biespiel – Friseur. Ich gehe ja echt nur sehr sporadisch zum Friseur. Das liegt nicht zuletzt daran, das bisher fast jeder Friseur zu blöd war, mir gleich beim Bezahlen einen Folgetermin anzubieten. Ich denke gerade Männer vergessen leicht mal den Gang zum Friseur, bzw. können das Termin machen lange hinauszögern. Hier muss man als Friseur die Krise als Chance begreifen (wie @moellus immer treffen formuliert) und solchen Mängelexemplaren helfend zur Seite stehen. Man bietet ihnen gleich einen Termin an, schreibt ihnen den auf ein kleines Kärtchen und wenn man ganz gut ist, dann ruft man sie sogar noch 1-2 Tage vor dem Termin an und erinnert sie höflich. Das ist so einfach und kostet maximal einen Anruf. Aber ich glaube der Effekt kann enorm sein.
Oder neulich… wir haben ein neues Sofa gekauft und liefern lassen. Leider lieferte die Spedition nur bis ins Erdgeschoss unseres Hauses. Das Sofa sollte aber letztlich ins 1. OG. Natürlich hatten wir uns bei der Grösse der Treppe nach oben und dem Sofa verschätzt. Nun versuchte ich ein Umzugsunternehmen in der #Uckermark zu finden, welches uns ggf. mit einem Möbellift helfen konnte. Ich fand also eine Telefonnummer von einem ortsansässigen Unternehmen heraus und rief dort an. Schilderte kurz die Situation und fragte ob sie evtl. einen Möbellift haben. Als Antwort bekam ich nur eine ruppig formulierte Gegenfrage: Wo is denn ditte?. Ich sagte “in Gross Väter”, was ca. 30km vom Firmensitz entfernt ist (hey, Nordbrandenburg ist nun mal ein Flächenland). Die Antwort kam kurz und prompt: Nee, soweit fahrn wir nicht. Tschüss. – Aufgelegt.
Ist das zu fassen? Der Typ kam nicht einmal ansatzweise auf die Idee mit mir ein Geschäft machen zu wollen. Letztlich habe ich dann eine Firma in Schwedt gefunden, welche einen Möbellift hat und willens war Geld zu verdienen. Die meinten einfach und höflich, dass die Anfahrt auf Grund der knappen 60km Entfernung halt Geld kosten würde. Ja, soetwas ist völlig OK. Der gute Mann hat dann für ca. 10min Arbeit und ein bissl Autofahren in der schönen Uckermark ziemlich gutes Geld verdient. Und das ist gut so.
Es gibt jedoch zum Glück auch Gegenbeispiele. Bei unserem Büro um die Ecke gibt es ein kleines Caffee (Antipodes) welches von zwei unglaublich netten Neuseeländern betrieben wird. Der Laden ist schlicht aber ansprechend gestaltet und der Kaffee schmeckt auch wirklich gut. Aber das erstaunlichste ist, wie unglaublich freundlich die beiden sind. Es lässt sich kaum erklären was diese Freundlichkeit ausmacht. Sie sind immer gut gelaunt und man kommt leicht mit ihnen ins Gespräch (vorwiegend in Englisch). Aber sie sind auch keine Tratschtanten und merken sehr genau, wenn ich als Kunde lieber in meinem Kindle lesen, mich mit Kollegen unterhalten oder am Computer arbeiten möchte. Von Zeit zu Zeit bekomme ich als regelmässiger Kunde auch mal etwas um sonst von ihnen oder darf neue Kreationen aus der Küche ausprobieren. Und wenn ich etwas nettes finde, dann bringe ich ihnen auch etwas mit (kleine Geschenke erhalten die Freundschaft).
Solch eine natürliche Freundlichkeit habe ich selten in einem deutschen Geschäft gespürt. Und ich denke es zahlt sich für die beiden auch aus. Wer einmal dort war, versucht wieder hinzugehen, wenn er in der Nähe ist. Einfach weil die beiden so nett sind und einfach alles stimmt.
Also mein Tipp an alle o.g.: Einfach nett sein und kreativ beim Geldverdienen. Es gibt viele Leute die für guten Service gerne gutes Geld bezahlen. Ihr müsst ihnen nur die Gelegenheit dazu geben.
Jimmy Wales – please take over Wikipedia Germany
Dear Jimmy Wales,
at the moment every entry in the german Wikipedia contains your open letter to the readers. You ask us to donate to the Wikimedia Foundation to support your effort to keep and maintain the knowledge of the world.
At the very same time a group of editorial administrators of the german Wikipedia keeps on deleting articles which they consider “not relevant”. A lot of articles especially regarding the internet society and their surroundings got already deleted.
This is of course irritating. The Wikipedia lives from and for the internet society. It relies on the support of the people who use the internet every day. Deleting the topics they are talking about might not encourage them to support the Wikipedia and especially not donating to the Wikimedia foundation.
best regards
Falko
akuter Bildungsnotstand
Seit einem Jahr ist unser ältester Sohn nun in der Grundschule in Berlin. Und wie schon befürchtet ist das Bildungssystem und seine Auswüchse eine echte Katastrophe. Seit wenigen Jahren ist es in Berlin für jede Grundschule Pflicht die 1. und 2. Klassen in einer gemeinsamen Lehrstufe zusammen zu fassen. Dadurch soll es den Erstklässlern erleichtert werden sich in den Schulalltag zurecht zu finden. Wer schnell ist, kann sich an den Lerninhalten der 2. Klasse versuchen und wer aus der zweiten Klasse im letzten Jahr vielleicht nicht so schnell war, der kann nochmal bei den “Kleinen” mit zuhören. Soweit die Theorie. Ausserdem wird sehr viel Gebastelt und Gesungen und gespielt und alles ist total “kuschelig” und verspielt. Die Konsequenz daraus war in unserem Fall das weder die 1. noch die 2. Klassenstufe ihr Lernziel in diesem Jahr erreicht hat.
Ich kann hier natürlich nur für unser Kind sprechen, aber ich denke, daß es auch anderen Familien ähnlich geht. Unser Kind ist sehr lern- und wissbegierig. Er will lernen und neue Sache ausprobieren. Er mag den “Wettstreit” mit anderen und die Belohnung für geleistete Dinge. Das Singen und Basteln unterfordert ihn. Und wenn zu Gunsten von ein paar Liedern und der schönen Stimmung echte Inhalte und Fähigkeiten auf der Strecke bleiben macht mich das echt wütend. Nicht nur, daß das Schulsystem diesen Schongang vorschlägt und unterstützt, auch dem theoretisch pädagogisch geschulten Lehrkörper scheint das entgegenzukommen denn man muss beim Liedersingen nicht den “Bad Guy” spielen der etwas schweres fordert sondern kann den Entertainer miemen, den alle Kindern mögen.
Ausserdem gibt es in den ersten beiden Jahren keine Zensuren als Bewertung. Weil die kleinen ja noch nicht dem bösen Leistungsdruck ausgesetzt werden sollen. Statt dessen denkt man sich alternative Belohnungs- bzw. Bewertungssysteme aus. Bei uns z.B. sogenannte Flüsterkronen. Damit wird der beabsichtigte Sinn des Verzichts auf Noten natürlich ad absurdum geführt. Den Kleinen ist es schließlich egal ob sie mit einer Ziffer oder einer Krone bewertet werden.
Der krönende Abschluss des Schuljahres sind dann die Schulbücher des neuen Jahres. Für jedes Fach gibt es nicht nur ein Buch, sondern gleich mehrere Lernhefte. Diese haben natürlich keine Standardformate, sondern sind individuell je nach Verlag. So kann man natürlich keine Standard-Umschläge nehmen sondern muss einen Bastelabend einlegen um die Bücher vor übermäßigem Verschleiß zu schützen. Was aber eigentlich auch vergebene Mühe ist, denn die Bücher können nach dem einen Jahr sowieso weggeworfen werden. Vererben an Verwandte oder Freunde ist nocht möglich, da zum einen jeder Lehrer selbst entscheiden kann welche Bücher er für seinen Unterricht verwendet und zum anderen die Bücher in jedem Jahr in einer neuen, leicht veränderten Auflage erscheinen. Es ist offenbar nicht erwünscht das die Lernmaterialien wiederverwendet werden. Ich unterstelle hier unverblümt böse, nämlich kapitalistische Absichten der Schulbuchverlage welche durch intensive Lobbyarbeit auch die entsprechenden Schulbehörden derart konditioniert haben, daß diese Praktiken von dort toleriert oder gar unterstützt werden.
Mal sehen was also das zweite Schuljahr bieten wird….
when phones go mad
I recently saw the latest Batman movie “The Dark Knight”. Somewhen in the plot it was introduced that Wayne Enterprises (the company of Batmans alter ego Bruce Wayne) is cooperating with the government in building mobile phones. And then later on Batman turns every phone in the city (obviously the ones his company equipped) into his eyes and ears by accessing them remotely. Sounds like science fiction? I don’t think so.
Look at the latest news about the major bug in the Google Android mobile. A hidden console can be accidentally started and this takes every text input and interprets this a system command executed by the super user. So if you type “reboot” your Android will reboot. How nasty is this? This doesn’t seem to be a simple software bug to me. Why can a hidden process receive copies of the input from everywhere in the system? This was surely not implemented by chance.
It’s also well known that both, Google and Apple, are able to delete applications remotely from their smartphones. So you can be sure they can also install new applications without your knowledge. And you can be sure it’s technically absolutely possible to silently turn on your mobiles microphone and camera without your knowledge. This is not science fiction this is technical reality. It’s just a matter of time until this will be used. Either intended or hacked by some third party or hijacked by the goverment for sake of security.
Wenn Dummheit wehtun würde…
Sehr schöner Kommentar zum Schwachsinnsbeweis des Hamburger Landgerichts. Manche nennen das auch Urteil, von Gerechtigkeit kann hier schon lange nicht mehr die Rede sein. Man sollte den Richtern dort am Landgericht allesamt die Lizenz entziehen!
Spreeblick (übrigens im neuen Design): Sie haben das Recht zu schweigen:
Technorati Tags: Dummheit, Stasi 2.0, Schwachsinn, Forum, Justiz, Landgericht Hamburg
von wegen Daylight Saving Time
So nun ist wieder Winterzeit, also quasi Normalzeit. Am letzten Sonntag wurden die Uhren eine Stunde zurück gestellt. Sollte man sich eigentlich freuen – eine Stunder länger schlafen.
Nicht so jedoch, wenn man früh wach werdenden Kinder hat. Hugo ist bisher um ca. 05:00 Uhr (ja, das fünf Uhr morgens) wach geworden. Jetzt wird er schon um 04:00 Uhr wach…supi.
Geht’s noch?
OK, ich mag die Eva Herman auch nicht besonders und ihre Ansichten sind auf weiten Strecken ganz schön krude. Aber muß man sie deshalb wo es nur geht vorführen und wegen jeder winzigen Äusserung ein riesiges Fass aufmachen?
Kerner schmeisst sie vor laufender Kamera aus der Show weil sie sich nicht eindeutig von ihren Aussagen über das Bild der Mutter zur NS-Zeit distanziert hat.
Warum sollte sie das auch tun? Hier herrscht doch hoffentlich noch Meinungsfreiheit. Und die schließt ein, daß sich jeder selbst seine Gedanken zur NS-Zeit machen darf. Das bei der Bundeswehr in vielen Kasernen noch sehr viel braunes Zeugs (seien es Kasernnamen oder gar Material mit entsprechenden Emblemen) unterwegs ist, scheint seit 60 Jahren niemanden zu interessieren.
Auch an diversen anderen Stellen der öffentlich-rechtlichen Sender wird mit Selbstzensur nicht gesparrt, siehe Beispiele hier.
aus Versehen zensiert… ja klar
Letzten Sonntag spielten Pearl Jam live in Californien auf dem Lollapalooza Festival welches von AT&T als Webcast übertragen wurde. Komischerweise fehlten im Webcast einige Bush-kritische Passagen von Pearl Jams Song “Daughter”. Auf Nachfrage bei AT&T gab man an, daß es sich nicht um Zensur, sondern um ein Versehen handelte.
AT&T zensiert den Content also nicht nur, sondern verkauft die Leute auch noch für blöd. Wie hoch ist denn bitte die Wahrscheinlichkeit, daß ausgerechnet Bush-kritische Stellen aus versehen rausgeschnitten werden? Sonst wurde das ganze Konzert problemlos übertragen, nur eben diese Sequenzen nicht.
Das war eindeutig vorauseilender Gehorsam in Richtung Bushs Idioten-Truppe. Wahrscheinlich darf sich AT&T für diese Zensur auf Bevorzugung bei der Auftragsvergabe im public sector freuen.
Doch vielleicht hat die Sache ja auch etwas gutes. Denn es berichten einige Medien über den Vorfall und möglicherweise erfahren über diesen Umweg mehr Leute von den kritischen Passagen und der Zensur bei AT&T als den eigentlichen Webcast gesehen haben.
gefunden bei Golem.de
Dafür
Ich find’s gut, daß die Lokführer streiken. Die bescheuerte DB und der Bund versuchen ja mit allen Mitteln das zu verhindern. Rechtstaatlichkeit bleibt dabei natürlich auf der Strecke. Das Nürnberger Arbeitsgericht verbot die Streiks mit der Begründung, daß volkswirtschaftliche Schäden zu erwarten sind. Hallo!? Genau darum gehts doch bei einem Streik. Durch potentielle Schäden seine eigene Position und Bedeutung in dem ganzen Spiel Nachdruck zu verleihen. Wenn der Bahnvorstand sich über 60% mehr Gehalt genehmigen kann, dann sollten auch ein paar Prozent mehr für die Lokführer drin sein.
Mich würde ja mal interessieren, welchen volkswirtschaftlichen Schaden es anrichtet, wenn der Bahnvorstand streikt. Wahrscheinlich tun die das eh schon seit Jahren und niemand hats gemerkt.
Nur Bundesumweltminister Gabriel hat den Arsch in der Hose seine Meinung zu sagen und sich öffentlich hinter die Lokführer zu stellen:
“Es ist nicht korrekt, wenn so ein Lokführer, der wirklich viel Verantwortung trägt, 1500 Euro netto bekommt”, sagte Gabriel dem Magazin “Stern”: “Wenn die mich mit 300 Sachen durchs Land fahren, möchte ich nicht, dass die sich mit Existenzsorgen quälen.” [Quelle: SpiegelONLINE]
Siehe auch: Schockwellenreiter

